"Das Abkommen, das der Heilige Stuhl am vergangenen Samstag mit der chinesischen Staatsregierung abgeschlossen hat, ist nur ein Auftakt. Nun gehen die Verhandlungen mit China erst los. Die Bischöfe der Untergrundkirche und die Gläubigen mit an den Tisch zu holen, wird dabei entscheidend sein", wertet Monsignore Wolfgang Huber, missio-Präsident und Vorsitzender des China-Zentrums, die Vereinbarung zwischen dem Vatikan und dem kommunistischen Regime.

"In fünf Jahren wären Verhandlungen mit dem kommunistischen Regime Chinas noch wesentlich schwieriger geworden. Die Regierung schränkt die Religionsfreiheit derzeit mehr und mehr ein. Nun ist wieder ein Fuß in der Tür, um neu zu verhandeln. Man darf dabei nicht unterschätzen, dass die katholische Kirche nun das erste Mal ein Mitspracherecht bei der Ernennung von Bischöfen hat", betont der missio-Präsident.

 Die chinesische Untergrundkirche habe in der Vergangenheit enormes Leid erfahren. Dass chinesische Stimmen wie Kardinal Joseph Zen Ze-kiun, der ehemalige Bischof von Hongkong, das Abkommen sehr kritisch sehen, sei aufgrund ihrer eigenen Lebensgeschichte nachvollziehbar: "Wenn jemand selbst im Gefängnis saß und die Unterdrückung durch die Staatsmacht am eigenen Leib erfahren hat, dann erscheinen diese Schritte als zu wenig. Tatsächlich muss noch viel geschehen." Die Bischöfe der Untergrundkirche einzubinden und Versöhnungsarbeit zu leisten, sei der wesentliche Schritt: "Wenn das nicht gelingt, werden in China weiterhin zwei Strukturen nebeneinander bestehen. Was es braucht, ist aber ein Miteinander."

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