Abschluss des Monats der Weltmission 2019; Foto Friedrich Stark

Nach einem mehrtägigen Festprogramm haben das katholische Hilfswerk missio München und die Erzdiözese Bamberg mit einem Pontifikalamt im Bamberger Dom den Sonntag der Weltmission (27. Oktober 2019) gefeiert. Gemeinsam mit hochrangigen Gästen aus der Region Nordostindien – unter ihnen der emeritierte Erzbischof von Guwahati, Thomas Menamparampil – schlossen der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick und missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber damit die mehrwöchigen Aktionen zum Außerordentlichen Monat der Weltmission ab.

Im Mittelpunkt stand in diesem Jahr der Nordosten Indiens, der an China, Myanmar und Bangladesch angrenzt. Auch in dieser Region ist der in ganz Indien wachsende Hindu-Nationalismus spürbar. Damit haben zunehmend auch die Christen, die dort eine stärkere Präsenz haben als in den übrigen Landesteilen, zu kämpfen. „Populismus ist Dummheit“, warnte Erzbischof Schick während des Fest-Wochenendes in Bamberg. „Populismus bedeutet, dass man nicht wissen will, was der andere denkt.“ Voneinander zu lernen sei der einzige Weg zu einem Miteinander.

In der heutigen Zeit setze eine erfolgreiche Missionsarbeit einen ganzheitlichen Ansatz voraus, sagte Erzbischof Schick und betonte: „Eine vom Geist des Evangeliums missionierte Gesellschaft zeichnet sich aus durch ein Parlament und eine gute Regierung, die demokratisch gewählt wurden und die sich um das Gemeinwohl kümmern.“ Es müsse in ihr eine gut funktionierende Polizei und Justiz existieren. Sie brauche eine gute Verwaltung, ein gutes Bildungswesen sowie ein Wirtschaftssystem, das jedem Menschen Arbeit und Auskommen sichere.

missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber mahnte: „Gerade an der Region Nordostindien zeigt sich, wie wichtig es ist, verantwortungsvoll mit der Schöpfung und den Ressourcen unserer Erde umzugehen. Die katholische Kirche spielt eine wesentliche Rolle dabei, sich vor Ort gegen den Raubbau an der Natur stark zu machen und den Menschen zugleich Perspektiven für ein wirtschaftliches Auskommen und somit ein besseres Leben zu ermöglichen. Es ist ein wesentliches Ziel von missio München, für die Menschen vor Ort aus dem Evangelium heraus Lebensqualität zu schaffen.“

Den Festgottesdienst am Sonntag der Weltmission im Bamberger Dom zelebrierte Erzbischof Schick gemeinsam mit missio-Präsident Monsignore Huber und Kurienerzbischof Protase Rugambwa, dem Sekretär der vatikanischen Kongregation für die Evangelisierung der Völker. Die Khublei Dancers, eine Tanzgruppe aus dem Ökospiritualitätszentrum der Franziskaner in Orlong Hada, präsentierten in dem Gottesdienst liturgische Tänze.

Die Gäste aus der Schwerpunktregion Nordostindien waren in den vergangenen Wochen in Bayern und im Bistum Speyer unterwegs. Sie berichteten bei Veranstaltungen über die Situation in ihrer Heimat. Allein im Erzbistum Bamberg gab es mehr als 130 Veranstaltungen.

Der Sonntag der Weltmission und die missio-Aktionen standen unter dem Motto "Getauft und gesandt" und waren eingebettet in den "Außerordentlichen Monat der Weltmission", den Papst Franziskus für 2019 ausgerufen hatte.

 

                                     Fotos: Friedrich Stark

 

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