Die beiden Bischöfe aus Simbabwe, Rudolf Nyandoro (links) und Raymond Mupandasekwa (rechts), zu Gast bei missio München.

Fast ein Jahr nach dem Machtwechsel in Simbabwe hoffen die katholischen Bischöfe auf erfolgreiche Reformen durch die neue Regierung – sie warnen aber auch vor einem Ausverkauf des Landes. Einerseits sei man sehr zuversichtlich, betonte der katholische Bischof der Diözese Chinhoyi, Raymond Mupandasekwa, während eines Besuchs bei missio München. "Der neue Präsident Emmerson Mnangagwa hat sein Kabinett mit guten Leuten besetzt. Sie kommen aus allen Altersstufen, aus verschiedenen Schichten, es sind auch Experten aus der Wirtschaft mit dabei." Gleichzeitig gebe es aber auch Grund zur Skepsis. "Große Sorge macht uns die Tatsache, dass China unser wichtigster Wirtschaftspartner geworden ist."

Für die nötigen Reformen sei viel Geld notwendig, so Bischof Mupandasekwa, der im April 2018 geweiht wurde. „Wenn afrikanische Regierungen diese Hilfen nicht aus dem Westen bekommen, dann wenden sie sich schnell anderen Partnern zu.“  Chinesische Investments seien selten an Bedingungen geknüpft, etwa an die Einhaltung der Menschenrechte. Aber letztlich dienten Länder wie Simbabwe als Quelle für Rohstoffe und als Absatzmarkt für chinesische Produkte. „Wenn aus dem Westen kein Geld kommt, dann verkaufen afrikanische Regierungen ihre Seele an China“, sagte Bischof Mupandasekwa. „China gibt sein Geld ohne Bedingungen und plündert uns aus.“

Noch haben die Menschen in Simbabwe Geduld mit der neuen Regierung, die erst im August offiziell gewählt wurde. Rudolf Nyandoro, seit April 2017 Bischof von Gokwe, sagte bei dem Besuch in München: „Nach 38 Jahren Amtszeit von Robert Mugabe kann sich nicht alles von heute auf morgen ändern.“ Mugabe war im November 2017 nach einem Putsch des Militärs zurückgetreten. Entscheidend für eine gute Entwicklung sei es nach Worten der Bischöfe nun, der Jugend eine gute Schulbildung und die Aussicht auf eine gut bezahlte Arbeit zu bieten.   

Bischof Raymond Mupandasekwa: „Viele Menschen sind skeptisch, und es gibt doch immer noch das weit verbreitete Gefühl: Vielleicht könnte es etwas werden.“

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