5ab9895508463dc36127d76614ed6d5f_w1170_h600_cp missio München - Entsetzen nach Schließung katholischer Kliniken in Eritrea

Nach der Schließung aller katholischen Krankenhäuser in Eritrea kritisieren die Bischöfe des ostafrikanischen Landes die Regierung für ihr Vorgehen. "Wir sind überzeugt davon, dass die gegen unsere Kliniken gerichteten Maßnahmen eines unserer religiösen Rechte besonders verletzt und zwar: anderen Menschen Gutes zu tun", schreiben die Vertreter der katholischen Kirche Eritreas an missio München. Daher verletze dieses Vorgehen auch das allgemeine Grundrecht auf Religionsfreiheit.

In den vergangenen Wochen hatte die eritreische Regierung 21 katholische Krankenhäuser beschlag­nahmt. 2018 waren bereits acht Einrichtungen geschlossen worden. Neben der Tatsache an sich kritisie­ren die Bischöfe vor allem, dass die polizeilichen Räumungen ohne Vorankündigung stattfanden und sich die Regierung bis heute zu keinem Dialog mit der Kirche bereit erklärte. "An einigen Orten wurde dem Klinikpersonal befohlen, aus dem Weg zu gehen, an manchen Orten kam es sogar zu gewaltsamen Aktionen", heißt es in ihrer Stellungnahme. Patienten hätten nicht weiter versorgt werden können und die Türen der Einrichtungen seien versiegelt worden.

Regierungskritik der Kirche

Beobachter vermuten, dass die Schließungen der katholischen Kliniken eine Antwort des Regimes unter Isayas Afeworki auf die Kritik der Kirche an der Regierung sei. Die katholischen Bischöfe des Landes for­dern in ihren Hirtenbriefen immer wieder grundlegende politische Reformen.

Die Regierung hingegen begründet die Übernahme der katholischen Krankenhäuser mit einem 1995 ein­geführten Gesetz, wonach medizinische Einrichtungen der staatlichen Kontrolle unterliegen müssen und religiöse Aktivitäten in den Bereichen Schule und Medizin nur eingeschränkt möglich seien.

Klinikschließungen treffen vor allem die Ärmsten

"Die Schließung der katholischen Krankenhäuser betrifft nicht nur die Kirche in Eritrea, sondern sie trifft vor allem all die Menschen, die in den Kliniken eine vertrauensvolle und heilsame Anlaufstelle gefunden haben", betont missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber. Mit ihrem Vorgehen schade die Regie­rung vor allem den Ärmsten der Armen.

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