da54b6cc0a98163b3a86b7493417884a_w1170_h600_cp missio München - "Europa könnte diese Katastrophe beenden"

Angesichts der weltweit steigenden Zahl von Geflüchteten fordert der Regionaldirektor des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes für Ostafrika, Pater Endashaw Debrework, von der internationalen Gemein­schaft, die Suche nach Lösungen zu intensivieren. "Fluchtländer und Aufnahmeländer müssen sich weiter beraten, noch mehr austauschen und nach konstruktiven und dauerhaften Ansätzen suchen. Einen ein­zigen Lösungsweg wird es in der weltweiten Flüchtlingsfrage nicht geben."

 Vor allem das Sterben auf dem Mittelmeer dürfe von einer Wertegemeinschaft wie Europa nicht ignoriert werden: "Zu viele Menschen sterben auf dem Mittelmeer. Dabei hätte Europa die Mittel und Möglich­keiten, diese Katastrophe zu beenden", sagt Debrework. Selbst wenn Flüchtlinge illegal unterwegs seien, müsse ihnen geholfen werden, wenn sie in Not geraten. "Erste Prioritär muss immer sein, Menschenleben zu retten und deshalb befürworte ich die Arbeit von privaten Seenotrettern auch voll und ganz", sagt der Jesuit.

Rechte Parteien schüren Ängste

Mit großer Sorge betrachtet der Leiter des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes den Zuwachs für rechte Parteien in Europa: "In Europa gibt es eine zunehmende Angst vor Fremden. Diese vagen Ängste werden von solchen Parteien weiter geschürt, indem sie behaupten, Flüchtlinge würden Arbeitsplätze wegnehmen und terroristische Anschläge verüben. In erster Linie verlassen Menschen aber ihre Heimat, weil eine Krise sie dazu zwingt."

Derzeit sind 70,8 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. 2,3 Millionen mehr als im Jahr zuvor. Allein in Ostafrika leben mehr als sechs Millionen Flüchtlinge, die meisten davon in Uganda, Äthiopien und Kenia. Politische und wirtschaftliche Krisen im Südsudan, Somalia, Eritrea und Burundi veranlassen die Menschen immer wieder, ihre Heimat zu verlassen und in einem ihrer Nachbarländer Schutz zu suchen.

Afrikanische Länder nehmen Hunderttausende Flüchtlinge auf

"Die afrikanischen Länder sind es gewohnt, Flüchtlinge aufzunehmen und sie sind auch bereit dazu. Länder wie Uganda, Äthiopien und Kenia verfolgen eine 'offene-Tür-Politik'", sagt Pater Endashaw Debrework. Allein in Kenia befänden sich mit Dadaab und Kakuma zwei der größten Flüchtlingslager der Welt. Insgesamt würden dort knapp eine halbe Million Menschen leben. Angesichts solcher Herausforde­rungen müsste sich die weltweite Staatengemeinschaft gegenseitig unterstützen und an einem Strang ziehen, so Debrework.

missio München unterstützt die Arbeit von Pater Endashaw Debrework in Ostafrika seit vielen Jahren. Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst hilft Geflüchteten in Uganda, Kenia, Äthiopien und dem Südsudan. Sein Ange­bot reicht von Erstversorgung mit Nahrung und Medizin bis hin zu Traumatherapie und Schulbildung.

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