d4f642977cde11d3f13849e24bcd7f37_w1170_h600_cp missio München - "Freihandel macht nachhaltige Entwicklung unmöglich" - Interview mit Gemeinwohl-Ökonom Felber im missio magazin:

Angesichts anhaltender politischer Debatten um internationale Handelsabkommen und faire Lieferketten fordert der Gemeinwohl-Ökonom Christian Felber Marktvorteile für nachhaltige und menschenrechtskonforme Unternehmen. „Der Weltmarkt ist ein öffentliches Gut und keine Spielwiese. Die Mehrheit der Menschen will eine Veränderung. Unsere gegenwärtige Demokratie lässt das jedoch nicht zu. Zu mächtig sind Unternehmen, zu stark sind Lobbyisten“, betont der Vordenker und Begründer der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) in der neuesten Ausgabe des "missio magazins" des Internationalen Katholischen Hilfswerks missio München.

Felber, der die GWÖ vor gut zehn Jahren initiierte, fordert die rechtliche Gleichstellung der Gemeinwohl-Bilanz mit der Finanz-Bilanz von Unternehmen: "Faktoren wie die Einhaltung von Menschenrechten, Umweltstandards oder das Geschlechterverhältnis müssten offengelegt und geprüft werden. Eine Regel könnte lauten: Ohne Gemeinwohl-Bilanz kein Zugang zum Weltmarkt." Freihandelsabkommen wie TTIP und CETA zementierten Länder des globalen Südens im Primärsektor und zerstörten Natur und Lebensräume der Menschen. "Freihandel macht eine nachhaltige Entwicklung unmöglich."

Christian Felber verweist auf die Erfolge in zehn Jahren Gemeinwohl-Ökonomie: In 30 Ländern sei eine internationale Bewegung entstanden. Allein in Deutschland hätten sich 100 Regionalgruppen gegründet. Täglich klopften neue Unternehmen und Kommunen an, um sich bilanzieren zu lassen – zuletzt die Stadt Münster mit sämtlichen Kommunalbetrieben. "Der Begriff 'Gemeinwohl' ist im Gespräch", betont Felber. Auch an der Basis der Kirchen nehme man ein großes Engagement wahr. "Der Papst ist unser prominentester Botschafter. In seiner Enzyklika ‚Laudato Si‘ verwendet er den Begriff ‚Gemeinwohl‘ 25Mal! Er fordert, dass die Wirtschaft dem Gemeinwohl dienen muss."

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Nachgefragt Felber Titel Fotopdfmissio-magazin-Interview mit Gemeinwohl-Ökonom Christian Felber

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