Tesfaselassie Medhin, Bischof der Eparchie Adigrat (zweiter von links), bei der Begegnung mit dem Regensburger Bischof Voderholzer (Mitte) und missio-Präsident Monsignore Huber (rechts)

Bischof Voderholzer und missio-Präsident Huber bereisen im Rahmen der Äthiopien-Delegationsreise die Grenzregion zu Eritrea. Seit knapp 20 Jahren sind die beiden Nachbarländer in einem politischen Schwebezustand. „Unser Hauptaugenmerk liegt darauf, den traumatisierten Menschen zu helfen und Versöhnungsarbeit zu leisten“, sagt Tesfaselassie Medhin, Bischof der Eparchie Adigrat, bei einer Begegnung mit dem Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer und missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber.„Hier herrscht weder Krieg noch Frieden“, betont Medhin. „Die Gesprächsbereit­schaft zwischen den Regierungen ist Voraussetzung für einen Wandel."

Eine Delegation unter Leitung von Bischof Voderholzer und missio-Präsident Monsignore Huber ist derzeit in der an Eritrea angrenzenden äthiopischen Region Adigrat unterwegs. Vergangene Woche hatte Abiy Ahmed, der vor zwei Monaten vereidigte Premierminister Äthiopiens, dem Nachbarland überraschend das Angebot gemacht, die derzeitige Grenzziehung anzuerkennen. Seitens Eritrea ist noch keine Reaktion erfolgt.

„Der Schwebezustand, in dem die Menschen hier gefangen sind, hängt wie eine Glasglocke über der Region. Beiden Ländern ist zu wünschen, dass der Weg der Versöhnung und des Friedens beschritten wird“, sagt missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber. Bischof Voderholzer betont nach einer Begegnung mit Lehrenden und Studierenden im Priesterseminar: Natürlich bleiben bei unserem Besuch auch die ökonomischen und politischen Probleme des Landes nicht verborgen. Aber es zeigt sich, dass die katholische Kirche sehr gute Arbeit im Bildungsbereich leistet. Das ist das A und O. Wenn Menschen gut ausgebildet sind, dann können sie ihr Leben gestalten. Schlechte Rahmenbedingungen lassen sich nur von gebildeten Menschen verändern. Deshalb ist die Bildungsarbeit der Kirche aller Unterstützung wert."

Äthiopien steht in diesem Jahr im Mittelpunkt der missio-Aktionen rund um den Monat der Weltmission im Oktober. Von 7. bis 17. Juni 2018 ist die 13-köpfige Delegation in Äthiopien unterwegs, um sich über das Engagement der Kirche zu informieren und missio-Partner zu treffen, die im Herbst zu Besuch in den bayerischen Diözesen und im Bistum Speyer sein werden. Die Diözese Regensburg ist Gastgeber der bundesweiten Feierlichkeiten rund um den Sonntag der Weltmission am 28. Oktober.

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