21061230739925cba7cd75c713d1a0d1_w1170_h600_cp missio München - Tag der indigenen Völker

Zum Internationalen Tag der indigenen Völker am Freitag (9. August) hebt missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber die schwierige Situation der indigenen Volksgruppen in Indien hervor: "Rund acht Millionen Ureinwohner in Indien kämpfen derzeit um ihre angestammten Lebensräume in den Wäldern und Bergen. Wir haben eine Verantwortung für unser gemeinsames Haus und die Bewahrung der Schöpfung – aber auch für alle Menschen darin."

Hintergrund ist eine Klage von Naturschutzverbänden vor dem Obersten Gerichtshof im Februar 2019. Sie forderten die Vertreibung von Waldbewohnern, die keinen Nachweis für ihr Landrecht erbringen können. Der Oberste Gerichtshof in Delhi ordnete zunächst für Juli 2019 die Umsiedlung von Ureinwohnern an, die kein verbrieftes Bleiberecht besitzen. Nun soll es jedoch im September 2019 eine weitere Anhörung geben.

Naturschützer fürchten um Lebensräume für Tiere

Naturschützer fürchten um den Rückgang der Lebensräume für bedrohte Tierarten und beschuldigen indigene Volksgruppen, die Zerstörung der Urwälder mit ihrer Lebensweise – wie zum Beispiel Brandrodung – voranzutreiben. Ureinwohner entgegnen, dass sie das rohstoffreiche Ökosystem des Urwalds schon seit Jahrtausenden erfolgreich schützen, auch gegen die Interessen großer Konzerne.

Indiens Forstgesetz aus dem Jahr 2006 garantiert den Bewohnern der Wälder ein Landrecht, wenn sie nachweisen können, dass ihre Familien seit mindestens drei Generationen in einer bestimmten Region leben. Doch von den knapp drei Millionen Anträgen auf Anerkennung der Bleiberechte wurden bislang mindestens 1,2 Millionen abgelehnt. "Die indigenen Einwohner, unter ihnen viele Christen, gehören zu den bedrohtesten Bevölkerungsgruppen. Trotz ihrer per Gesetz gesicherten Rechte werden sie von der indischen Regierung nicht ausreichend geschützt", sagt missio-Präsident Monsignore Huber.

Insgesamt zählen rund 104 Millionen Menschen in Indien zu den sogenannten indigenen Stammesgruppen, das sind knapp zehn Prozent der indischen Gesamtbevölkerung.

Der Nordosten Indiens steht in diesem Jahr im Mittelpunkt des Monats der Weltmission im Oktober, der größten Solidaritätsaktion der Katholiken weltweit. missio München hat im Vorfeld zum Sonntag der Weltmission am 27. Oktober rund vier Wochen lang Projektpartner aus Nordostindien zu Gast, die in Bayern und im Bistum Speyer in Vorträgen und Veranstaltungen über die Lage der Menschen in ihrer Heimat berichten.

Foto: Friedrich Stark

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