Mahnmal zum Gedenken an den Völkermord in Ruanda

Zum 25. Jahrestag des Völkermords in Ruanda würdigt das Internationale Katholische Missionswerk missio München den Anteil der katholischen Kirche an der Aufarbeitung der Ereignisse aus dem April 1994. „Die katholische Kirche Ruandas ist die zentrale Kraft, die sich landesweit über ihre Strukturen vor Ort für Versöhnung und Frieden einsetzt.In jeder Diözese und in jeder Pfarrei bringen kirchliche Mitarbeiter Täter und Opfer des Völkermords zusammen. Diese Leistung, Schweigen zu brechen und Versöhnung wachsen zu lassen, ist grundlegend für die Zukunft dieses Landes“, betont missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber.

In dem afrikanischen Binnenstaat ermordeten Hutu-Milizen 1994 binnen 100 Tagen etwa 800.000 Menschen, vor allem Angehörige der Tutsi-Minderheit. „Es gibt keine ruandische Familie, die nicht in irgendeiner Weise vom Völkermord betroffen ist: Jeder hier hat Familienmitglieder, die zu Tätern geworden sind oder hat Angehörige verloren. Der Völkermord von 1994 ist nach wie vor präsent. Das Trauma lastet schwer auf unserem Land“, sagt Schwester Géneviève Uwamariya. Im Auftrag der ruandischen Bischofskonferenz begleitet die Ordensfrau Häftlinge in den Gefängnissen ihres Heimatlandes. „Viele, die wegen des Genozids verurteilt sind, werden in diesem und den nächsten Jahren freikommen, denn sie haben ihre Strafe abgesessen. Wir bereiten die Familien und die Gesellschaft auf diese Situation vor.“

„Das Massaker hat uns alle zu Tätern oder Opfern gemacht“, sagt die Ordensfrau. „Unter den ersten Häftlingen, die ich 1994 seelsorgerisch begleitete, war der Mörder meines Vaters.“ Unter den Häftlingen in den Gefängnissen sind auch einzelne verurteilte Täter, die Priester und Ordensangehörige sind.

missio München unterstützt die landesweite Arbeit der katholischen Kirche in Ruanda. In Vorbereitung auf das Gedenken an den 25. Jahrestag des Völkermordes hat die Kirche ihre gesamte pastorale Arbeit im Jahr 2018 unter dieses Thema gestellt.

Foto: Jörg Boethling

 

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