a266ede2978790c23e6a264f0c8cd581_w1170_h600_cp missio München - missio-Delegation besucht Zentrum für Ökospiritualität in Nordostindien

Indien zählt zu den aufstrebenden Wirtschaftsnationen, doch oft bringt diese Entwicklung große Probleme mit sich. So sind etwa die Regenwälder im Bundesstaat Meghalaya (Region Nordost) bedroht durch kommerzielle Abholzung, illegalen Kohlebergbau und die Umweltzerstörung durch zu­nehmenden Auto- und Lkw-Verkehr. Auch die stark wachsende Bevölkerung und der Zuzug aus dem nahen Nachbarland Bangladesch, das ebenso stark unter den Folgen des Klimawandels leidet, spielen eine Rolle: Landwirtschaftlich nutzbare Flächen werden immer knapper, was zu Konflikten zwischen den Volksgruppen und weiterer Abholzung der Waldgebiete führt.

Die Delegation um missio-Präsident Monsignore Huber und Erzbischof Schick besucht auf ihrer Reise durch Nordostindien, die Schwerpunktregion im Monat der Weltmission 2019, ein Zentrum der Missionsbrüder vom Heiligen Franziskus in Orlong Hada (Erzbistum Shillong). Hier bemühen sich die Franziskaner, den Menschen in der Umgebung alternative Einkommensquellen zu verschaffen: etwa durch Schulungen in nachhaltiger Landwirtschaft oder den Anbau von Pflanzen, die wenig Ressourcen verbrauchen.

missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber betonte bei seinem Besuch: "Wir müssen auf ein gutes Gleichgewicht achten: Einerseits ist eine wirtschaftliche Entwicklung überlebensnotwendig, damit die Menschen ein Auskommen haben und ihre Familien ernähren können. Das darf aber nicht zu Lasten der Umwelt gehen, da sonst die Lebensbedingungen für die Menschen in den kommenden Jahren noch schwieriger werden."

Bambergs Erzbischof Ludwig Schick lobte die Arbeit der Missionsbrüder des Heiligen Franziskus, deren einzige Niederlassung in Deutschland sich im Bamberger Stadtteil Bug befindet. In Orlong Hada hätten die Brüder ein beachtliches Ökospiritualitätszentrum etabliert, das allen kirchlichen wie auch nichtkirch­lichen Gruppen als Ort der Einkehr, Stille und Besinnung dient. "Im Geiste des Heiligen Franziskus von Assisi leitet dieses Zentrum seine Besucher vor allem an zu einem verantwortlichen Umgang mit der Schöpfung", sagte Schick. Die Missionsbrüder leisteten einen wichtigen Dienst an der Bevölkerung Nordostindiens, "in einem oft lauten und sehr hektischen Leben, das auch zu unüberlegtem Konsu­mismus und Umweltschädigung führt".

Die Bundesstaaten im Nordosten Indiens stehen in diesem Jahr im Mittelpunkt des Monats der Welt­mission, der größten Solidaritätsaktion der Katholiken weltweit. In dem von Papst Franziskus ausge­rufenen Außerordentlichen Monat der Weltmission unter dem Motto "Getauft und gesandt: die Kirche Christi missionarisch in der Welt" widmet sich missio München im Oktober 2019 der missionarischen Pastoral in Nordostindien.

Foto: Hendrik Steffens/Erzbistum Bamberg

 

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