Der Druck auf den Einzelnen ist in China enorm. Foto: missio/Jörg Böthling

Zum Auftakt des 10. Europäischen Katholischen China Kolloquiums mahnt missio-Präsident und Vorsitzender des China-Zentrums, Monsignore Wolfgang Huber, zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Technologie-Entwicklungen. "Noch nie in der Geschichte der Menschheit haben uns Technologie und Wissenschaft derartige Verbesserungen unserer Lebensqualität gebracht. Gleichzeitig waren wir noch nie so sehr in Gefahr, von diesen Technologien beherrscht und gelenkt zu werden. Gerade an den Entwicklungen in China wird das in drastischer Weise deutlich", betonte Huber bei der Eröffnung des "European Catholic China Colloquium" am Freitag (30. August).

Die vom China Zentrum organisierte Konferenz zu Entwicklungen in Gesellschaft und katholischer Kirche Chinas tagt in diesem Jahr bis Sonntag (1. September) im nordrhein-westfälischen Siegburg zu dem Thema "Laudato si, Technologie und Wissenschaft – Auswirkungen mit Blick auf die Kirche in China". Welche Folgen neue Technologien und künstliche Intelligenz für die Gesellschaft Chinas haben, wie es um Überwachung und Informationskon-trolle in dem asiatischen Land steht und welches Konzept die Umwelt-Enzyklika von Papst Franziskus dem Gegenüber stellt, steht dabei thematisch im Mittelpunkt.

Dazu Monsignore Huber: "Die Menschheit steht heute vor einem Scheideweg: Wir müssen entscheiden, ob wir die enormen Möglichkeiten der Technologien verantwortungsvoll nutzen oder die Entwicklungen rein unter das Diktat des wirtschaftlichen Nutzens stellen. Gerade am Beispiel Chinas wird das in drastischer Weise deutlich: China hat die entwickelten Industrieländer abgehängt oder ist dabei, sie abzuhängen. Chinesische Tech-Unternehmen werden mit Milliardenförderungen fit gemacht und expandieren nach Plan. Doch die individuellen Freiheiten der Chinesen geraten dabei immer mehr ins Hintertreffen. Der Druck auf den Einzelnen ist enorm, das spüren besonders auch Christen. Mit kritischem Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen zu schauen ist nicht erwünscht."

Foto: missio/Jörg Böthling

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