1d57ba083d3ad8e18552c583fbc55a22_w1170_h600_cp missio München - "Söders Reise nach Äthiopien ist Chance"

missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber wertet die Reise von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach Äthiopien als Chance für das ostafrikani­sche Land. „Wenn die angestrebten neuen Wirtschaftsbeziehungen nicht nur bayerischen Unternehmen nützen, sondern auch jungen Äthiopiern eine Zukunft bieten, können wir von echter Partnerschaft sprechen“, betont der Präsident des Internationalen Katholischen Missi­onswerks missio München.

Äthiopien habe im ersten Jahr der Amtszeit von Premierminister Abiy Ahmed einen enormen politischen Wandel erlebt. "Doch der positive Wandel im Land ist kein Selbstläufer. Derzeit sehen wir, wie schwierig es ist, die Ansprüche der verschiedenen Volksgruppen zu einen, um das Land voranzubringen."

Grenze zwischen Äthiopien und Eritrea wieder geschlossen

So ist die Grenze beim Grenzposten Zalambessa seit einigen Wochen wieder geschlossen, Handel und Warenaustausch zwischen Äthiopien und Eritrea sind dort zum Erliegen gekommen. "Wir wissen nicht, wann die Grenze wieder geöffnet wird. Die Menschen hier haben den Ge­schmack der Freiheit gekostet. Es wäre bitter, wenn die Uhr wieder zurückgedreht würde", sagt der äthiopische Bischof Tesfaselassie Medhin aus der an Eritrea angrenzenden Diözese Adigrat. "Ich fürchte, die Zentralregierung wird die Geschwindigkeit des Wandels des ersten Jahres nicht halten können. Die Herausforderung ist jetzt, das Vertrauen der Menschen hier nicht zu verlieren."

Im Friedensprozess mit Eritrea hat die äthiopische Regierung der zahlenmäßig kleinen katholi­schen Kirche des Landes jüngst eine wichtige Funktion zugesprochen: So wurde Kardinal Berhaneyesus Souraphiel zum Koordinator der nationalen Kommission für Frieden und Versöh­nung berufen. Die Kommission spielt eine entscheidende Rolle im Versöhnungsprozess des Landes.

Trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs der vergangenen Jahre lebt ein Großteil der sehr jungen äthiopischen Bevölkerung nach wie vor in Armut.

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