8c522f90e419c7b10efd1f7b9b169fd1_w1170_h600_cp missio München - missio-Präsident Huber warnt vor Flächenbrand am Horn von Afrika

Zum Weltfriedenstag am 1. Januar warnt missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber vor einem Ausbreiten der Unruhen in Äthiopien auf die ganze Region. „Die kommenden Wochen und Monate sind entscheidend für die gesamte Entwicklung am Horn von Afrika. Wenn es nicht gelingt, Äthiopien zu Stabilität und Frieden zurückzuführen, riskieren wir einen Flächenbrand in der gesamten Region mit nicht auszudenkenden Folgen“, sagt er.

„Gerade auch die katholische Kirche Äthiopiens hatte große Hoffnungen auf Ministerpräsidenten Abiy Ahmed gesetzt, der als Versöhner und Vermittler galt. Dass nun erste Hilfskonvois in die umkämpfte Region Tigray gelangen, ist ein Zeichen der Hoffnung. Wir hören aber auch von Massakern an Zivilisten und durch nichts zu rechtfertigende Gewalttaten.“

"Deeskalierende Kräfte in Äthiopien stärken"

Äthiopien ist für missio München Schwerpunktland der Projektarbeit. Die Kontakte sind eng, der Bischof der Region, Tesfaselassie Medhin, war 2018 im Monat der Weltmission Oktober zu Gast in Bayern. „Nun müssen wir alles daransetzen, die deeskalierenden Kräfte zu stärken. Äthiopien muss wieder zum Ruhepol in der Region werden“, betont der missio-Präsident.

Unruhen auch im Westen

Seit Anfang November finden in der Region Kämpfe zwischen Soldaten der äthiopischen Armee und Streitkräften der regionalen Regierung von Tigray, der Tigray People´s Liberation Front (TPLF) statt. Nach der Einnahme der regionalen Hauptstadt Mekele durch Regierungssoldaten gehen die Kriegshandlungen in anderen Teilen der Region weiter. Die Kämpfe haben Hunderten von Menschen das Leben gekostet und etwa 50.000 Menschen zur Flucht bewegt. Kurz vor Weihnachten kam es im Westen des Landes zu einem Massaker mit mehr als 200 Toten. Hintergrund sind Spannungen zwischen verschiedenen Ethnien.

Noch im Dezember 2020 konnte missio München ein großangelegtes Projekt für die Krise bewilligen: Gemeinsam mit der Bayerischen Staatskanzlei sichert missio München mit insgesamt 700.000 Euro den Zugang zu sauberem Trinkwasser in der umkämpften Region Tigray. Mit rund 550.000 Euro fördert die Bayerische Staatskanzlei diese Zusammenarbeit vor Ort.

Foto: Jörg Böthling

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