Abbé Félix Weltmissionsmonat

Wegen der Corona-Pandemie können nicht alle eingeladenen Gäste aus Westafrika zum Monat der Weltmission anreisen - umso schöner, dass sich Abbé Félix Wendpanga Ouédraogo bereit erklärte, für missio München über sein Heimatland Burkina Faso zu berichten. Er lebt derzeit in Melk in Niederösterreich. Hier stellen wir ihn vor.  

Abbé Félix Wendpanga Ouédraogo, 35 Jahre alt, kommt aus Kongoussi in Burkina Faso. Er arbeitete als Priester im Bistum Ouahigouya und Privatsekretär des Bischofs. Nachdem er bereits Urlaubsvertretungen als Pfarrer in Eisenstadt in Österreich übernommen hatte, machte er in St. Pölten den Master in Vergleichendes Kanonisches Recht. Seit 2017 studiert er Theologie an der Universität Wien, zudem arbeitet er als Pfarrvikar im Pfarrverband Melk-Sankt Koloman. Er lebt derzeit in Melk in Niederösterreich.

Sie studieren in Wien im Master Theologie und arbeiten als Pfarrvikar im Pfarrverband Melk-Sankt Koloman. Was ist Ihre Motivation?

Das Studium im Fach Kirchenrecht war eine Entscheidung meines Bischofs. Ich habe lediglich zugestimmt. Das Priestertum ist kein Beruf mit einem Karriereplan wie jeder andere. Es ist eher eine Berufung. Deshalb entscheidet der Bischof oder ein anderer Verantwortlicher, der die Bedürfnisse der Diözese kennt, welcher Priester sich entsprechend seiner Fähigkeiten spezialisiert. Persönliche Motivation ist zweitrangig, wenn man wirklich im Dienst der Kirche stehen will. Die Tätigkeit des Pfarrvikars habe ich gerne zusätzlich übernommen, weil ich denke, dass meine erste Aufgabe als Priester die Seelsorge ist. Das Studium kann mir helfen, meine erste Aufgabe besser zu erfüllen.

Vermissen Sie etwas aus Ihrer Heimat?

Ja, ich vermisse etwas aus meiner Heimat: zum Beispiel die menschliche Wärme in den Beziehungen und die lebendigen Gottesdienste. Mein Land Burkina Faso hat wie ganz Afrika das Christentum über Europa erhalten. Aber es tut meinem Herzen weh zu sehen, dass Gott hier eine Privatsache geworden ist. Ich verurteile dies nicht, aber meiner afrikanischen Seele tut es weh, dies zu sehen. Zum Glück bin ich Optimist. Ich hoffe, dass sich die Situation wieder ändert und sich in Europa die Kirchen wieder füllen werden. Beten wir und vertrauen wir auf den Heiligen Geist.

Was sind Ihre weiteren Pläne?

Ab Oktober promoviere ich. Das wird noch mindestens drei Jahre dauern. Danach werde ich nach Burkina Faso zurückkehren. Da ich hier in Deutschland auch eine kirchliche Archivausbildung absolviert habe, werde ich als Archivar und Kirchenrechtler in meiner Diözese arbeiten können.

Wie geht es den Katholiken in Ihrem Heimatland Burkina Faso?

Der Anteil der Katholiken in Burkina Faso liegt bei etwa 19 Prozent, wobei jedes Jahr neue Getaufte dazukommen. Der Glaube wird sehr lebendig gelebt. Am meisten Probleme bereitet, dass die Kirche auf sich selbst gestellt ist. Burkina Faso ist ein armes Land und die katholische Kirche versucht, hier zu helfen. Die Gläubigen verstehen, dass sie mehr Verantwortung übernehmen müssen. Sie engagieren sich im Rahmen ihrer finanziellen Mittel großzügig. Leider haben wir nicht genug Priester im Vergleich zu der Zahl der Gläubigen. Dennoch schicken wir Missionare in andere Länder – als missionarische Nächstenliebe.

Was erhoffen Sie sich vom Monat der Weltmission?

Der Monat der Weltmission bietet jedes Jahr die Möglichkeit, die kirchliche Gemeinschaft zu stärken. Wir beten für geistliche Berunfungen und unterstützen die Mission der Kirche sowie der Missionare. Ich hoffe, dass dieser Monat der Weltmission bei vielen Menschen den Glauben wecken wird, damit sie erkennen, dass Jesus der einzige Retter ist. Das Thema der Botschaft von Papst Franziskus zum Weltmissionssonntag lautet: „Hier bin ich, sende mich“ (Jes 6,8). Ich hoffe, dass sich viele junge Menschen vom Heiligen Geist berühren lassen, um die Kirche in der Vielfalt der Berufungen zu dienen. Wir erleben schwierige Zeiten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Mögen unsere Gebete in diesem Missionsmonat der Welt Frieden bringen.

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