3315d3a11c26c93752a0d571d6150557_w700_h400_cp missio München - Sinnloses Töten ohne Recht und Gesetz!

missio-Projektpartner klagen Menschenrechtsverletzungen auf den Philippinen an – Präsident Duterte will indessen aus dem Internationalem Strafgerichtshof austreten

"Was gerade auf den Philippinen vor den Augen der Weltöffentlichkeit geschieht, ist sinnloses Töten ohne Recht und Gesetz", beklagt Schwester Crescencia Lucero, Vorsitzende der katholischen Menschen-rechtsorganisation "Task Force Detainees of the Philippines" (TFDP). 

"Die Polizei fälscht dreist Beweise, um die Hinrichtungen der Unschuldigen oder Kleinkriminellen zu rechtfertigen", betont die Projektpartnerin von missio München. Polizisten legten den Toten dabei eine Pistole in die Hand oder steckten ihnen Päckchen mit Drogen in die Hosentasche. "Es ist widerwärtig: Die Menschenrechte werden mit Füßen getreten." Der Internationale Strafgerichtshof (ISGH) in Den Haag hatte kürzlich Ermittlungen wegen möglicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Rahmen von Präsident Dutertes Offensive gegen Drogenkriminelle eingeleitet. Als Reaktion darauf kündigte der als unberechenbar bekannte Präsident nun an, die Philippinen würden ihre Ratifizierung des Römischen Statuts, der Rechtsgrundlage des 2002 gegründeten Inter-nationalen Strafgerichtshof, zurückziehen.

"Die Armen auf den Philippinen hatten 2016 ihre Hoffnungen auf Duterte gesetzt. Nun führt er einen erbarmungslosen Krieg gegen sie. Wir stehen an der Seite der katholischen Kirche vor Ort, die das immense Unrecht anklagt ", betont missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber.

Menschenrechtsorganisationen sprechen mittlerweile von fast 20.000 Toten, darunter Frauen und Kinder. Das Vorgehen der Todesschwadronen wird umgangssprachlich "TokHang" genannt, zu Deutsch "anklopfen", weil sie an die Tür der vermeintlichen Drogenabhängigen und Dealer klopfen. Wer nicht niedergeschossen wird, endet oft in den heillos überfüllten Gefängnissen des Landes: Seit Amtsantritt von Präsident Duterte 2016 ist die Zahl der Insassen philippinischer Gefängnisse von 70.000 auf 188.000 angestiegen.

­