Welternährungsbericht 2019 - Hunger in Ostafrika

„Dass jeder dritte Mensch in Ostafrika unterernährt ist, ist unannehmbar“, betont missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber angesichts des gestern (15. Juli) veröffentlichten Welternäh­rungsberichts. „Wenn zwei Milliarden Menschen weltweit unter Ernährungsunsicherheit leiden, und das vor allem in Afrika und Asien, gleichzeitig aber wenige Einzelne immer extremeren Reichtum anhäufen, so ist etwas drastisch in Schieflage geraten. Über 20 Millionen Kinder, die untergewichtig zur Welt kommen, sind keine Nachricht, sondern ein Skandal.“

„Es ist blanker Zynismus, wenn es immer wieder heißt, der Einsatz für Notleidende ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wenn wir es aufgeben, den Einzelnen zu sehen und um jeden Einzelnen zu trauern, der verhungert, geben wir unsere Menschlichkeit auf“, sagt missio-Präsident Monsignore Huber.

Es dürfe kein Gewöhnungseffekt eintreten angesichts der menschlichen Tragödien. „Es ist richtig, dass etwa in Ostafrika in regelmäßigen Abständen Dürren auftreten. Das macht es aber nicht weniger schlimm, wenn dort die Kinder hungern“, sagt der missio-Präsident. Im Norden Kenias etwa habe es seit Ende vergangenen Jahres kaum geregnet. Auf den Märkten sind nach kenianischen Quellen die Preise für Mais teilweise um 50 Prozent gestiegen, während die abgemagerten Ziegen der Hirten sich nur für ein Sechstel des Marktpreises verkaufen lassen. „Die Dürre trifft hier die Ärmsten am schwersten“, sagt der missio-Präsident. Im März hatte die kenianische Bischofskonferenz angesichts der ausfallenden Regen­fälle um Hilfe für die kommen­den Monate gebeten.

missio München unterstützt die notleidende Bevölkerung Kenias über seine Projektpartner vor Ort. So versorgt Schwester Esther Mwaniki von den Incarnate Word Sisters, die regionale Projektkoordinatorin, 1.000 Menschen in den abgelegenen Bezirken der Region East Pokot mit mobilen Kliniken, sauberem Trink­wasser und Nahrung. Im Fokus stehen besonders Kinder unter zehn Jahren, die stark mangelernährt sind.

Foto: missio München

 

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