9daa2d92c0f05c04095fea4a39dedf38_w1170_h600_cp missio München - Weltweite Solidargemeinschaft unersetzlich

Mit großer Sorge beobachtet das Internationale Katholische Hilfswerk missio München die Auswirkungen der Maßnahmen im Kampf gegen das Corona-Virus in seinen Projektländern in Afrika und Asien. "Wir befürchten, dass nicht nur das Virus an sich wegen mangelnder Hygienestandards und maroder Gesundheitssysteme in den Ländern der Einen Welt großen Schaden anrichten wird, sondern dass vor allem die strikten Vorkehrungen gegen die Virus-Verbreitung die Ärmsten mehr als alles andere bedrohen", mahnt missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber.

 Nahezu täglich erreichen missio München Nachrichten von Projektpartnern aus Afrika und Asien. Sie berichten von zunehmender staatlicher Willkür und roher Polizeigewalt bei Verstößen gegen die oft strikten Ausgangssperren. "Wir sehen die große Gefahr, dass es mehr Hungertote geben wird als Corona-Opfer", beschreibt die General-Oberin der Apostolic Carmel Sisters, Schwester Nirmalini Nazareth, die Situation in Indien. Seit Wochen organisieren Nazareth und ihre Mitschwestern in Mumbai Essensausgaben für die Menschen, die wegen der Ausgangssperren keine Arbeit mehr haben.

"Viele Familien leben hier von der Hand in den Mund. Wer durch den Lockdown seinen Job verliert, hat nicht einmal mehr Geld, sich etwas zu essen zu kaufen. Arbeitsverträge, soziale Absicherung – all das gibt es nicht", betont Nirmalini Nazareth. Ähnlich verzweifelt sind die Menschen in vielen Ländern Afrikas. So berichtet Schwester Esther Mwaniki aus Kenia: "Große Sorgen bereitet uns die nomadische Bevölkerung. Durch die Ausgangssperre können sie nicht mehr wie gewohnt mit ihren Tieren nach neuem Weideland und Wasserstellen suchen. Wir wissen von vielen Familien, die jetzt hungern."

Besonders brisant ist die Lage auch auf den Philippinen. missio-Projektpartner Danny Pilario hat hier mit weiteren Vinzentiner-Patern das Hilfsprojekt "Vincent helps" ins Leben gerufen und organisiert im Großraum Manila Essensausgaben. Was ihm besonders Sorge bereitet sind die strengen Quarantäne-Maßnahmen. "Seitdem Präsident Rodrigo Duterte die Anweisung an Polizei und Militär erteilt hat, Menschen, die sich nicht an Ausgangssperren halten, zu erschießen, herrscht noch mehr Angst und Entsetzen als bisher schon. Die Menschen sind einfach nur verzweifelt."

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„Was die kirchlichen Strukturen in Afrika und Asien gerade jetzt in Zeiten der weltweiten Corona-Pandemie leisten, ist unersetzlich“, betont missio-Präsident Monsignore Huber. „Unsere Projektpartner sind seit vielen Jahren an der Seite der Ärmsten, kennen ihre Nöte und Ängste. Wo staatliche Strukturen versagen, gewinnt die weltweite Solidargemeinschaft der Kirche eine noch größere Bedeutung.“

Um alles dafür zu tun, dass die Projektpartner auch in der Krise an der Seite der Menschen sein können, hat missio München einen Corona-Hilfsfonds eingerichtet:

Corona-Hilfsfonds von missio München:
IBAN: DE96 7509 0300 0800 0800 04
BIC: GENODEF1M05
Verwendungszweck: Corona-Hilfe

Seit Jahrzehnten fördert das katholische Hilfswerk in seinen Projektländern mit Hilfe von Spendengeldern Gesundheitsstationen, finanziert die Ausbildung von Pflegepersonal und bezuschusst den Bau von Krankenhäusern. Mit fast 13 Millionen Euro hat missio München im vergangenen Jahr in 53 Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens mehr als 1000 Bildungsprojekte, den Aufbau kirchlicher Infrastrukturen, die Gleichberechtigung von Männern und Frauen, sowie den interreligiösen Dialog unterstützt.  

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