Tansania: Projekt zur Eindämung frauendiskriminierender Traditionen wie der Zwangsverheiratung

Die Rolle der Frau in der Region Kapalala im Westen Tansanias ist geprägt von Abhängigkeit und Unterdrückung. Der Gemeindepriester Fr. Boniface Kyalo, ein langjähriger Projektpartner von missio München, engagiert sich in seiner Pfarrei für ein Umdenken in der Bevölkerung hinsichtlich dieser diskriminierenden Traditionen.

Nordostindien Just Agartala karteDAS PROJEKT IM ÜBERBLICK

Land: Nordostindien/Diözese Agartala
Projektsumme: 9.700 Euro
Zielgruppe: 6.800 Mädchen und Frauen in Kapalala (Region Songwe)
Ziele:
• Anstoßen eines gesellschaftlichen Umdenkens weg von der tradierten Rolle der Frauen
• Verhindern von Zwangsverheiratung junger Mädchen
Maßnahmen:
• Ausbildung von 167 Mulitplikatoren (Katechisten,Ordensschwestern, Laienführungskräfte) zur Durchführung von Sensibilisierungskampagnen in den Dörfern der Pfarrei
• Durchführung der 4-monatigen Kampagne durch die Multiplikatoren
• Vermittlung handwerklicher Tätigkeiten wie Produktion von Seifen und traditionellen Batikstoffen sowie dem Anbau von Gemüse

Die Situation vor Ort

Tansania geflohenes MädchenDieses Mädchen hat seit August 2020 in Fr. Kyalos Pfarrei Zuflucht gefunden.Die Region Kapalala liegt im Rift Valley, unmittelbar am Rukwa-See, einem Salzsee im Westen Tansanias. Die ca. 140.000 in der Region ansässigen Menschen leben von der Fischerei, dem Anbau von Mais, Erdnüssen, Sonnenblumen, Bohnen und Gemüse. Der Anteil von jungen Menschen ist, wie überall in Ostafrika, überdurchschnittlich hoch. Dabei ist die Mehrheit der Bevölkerung in Kapalala nie zur Schule gegangen. Weniger als ein Viertel der Menschen können lesen und schreiben. Nur jedes zehnte Mädchen bekommt die Erlaubnis von den Eltern, eine Schule zu besuchen.

Die Rolle der Frau ist geprägt von Abhängigkeit und Unterdrückung. Der Mann ist traditionell gewohnt, Macht und Autorität über die Frau auszuüben, auch mit Gewalt. Aufgabe der Frauen ist es, körperlich schwere Arbeiten zu verrichten und möglichst viele Kinder zu gebären. Aufgrund von Armut sehen sich viele Eltern gezwungen, ihre minderjährigen Töchter zur Heirat freizugeben, um eine Mitgift, meist in Form von Kühen, zu erhalten. Ohne diese Mitgift können sie nicht überleben. Mädchen leiden also in besonderem Maße unter der Last der diskriminierenden Traditionen.

 

„Die Schwestern und Katechisten setzen sich unermüdlich für die Aufklärung der Bevölkerung ein (...) Die Menschen sind empfänglich dafür und bereit, ihr Verhalten zu ändern.“

Rev. Fr. Boniface Kyalo, Gemeindepriester in Kapalala und Projektkoordinator

Was unsere Projektpartner tun

Tansania Fr Boniface KyaloRev. Fr. Boniface Kyalo Gemeindepriester in Kapalala und ProjektkoordinatorDer Gemeindepriester Fr. Boniface Kyalo, ein langjähriger Projektpartner missio Münchens, setzt sich in seiner Pfarrei engagiert für ein Umdenken in der Bevölkerung hinsichtlich der traditionell vorgesehenen Rolle für Mädchen und jungen Frauen ein. Er hat ein Team aus sehr erfahrenen, gut ausgebildeten Sozialarbeiterinnen zusammengestellt, mit denen er
diesen Prozess des Wandels in den Außenstationen und Dörfern der Pfarrei in Gang setzen möchte. Dazu schulen sie insgesamt 167 Katechisten, Ordensschwestern, Dorfälteste und Laienführungskräfte aus den kleinen, christlichen Gemeinschaften. Sie werden die Bevölkerung anschließend in sog. Outreach-Programmen vier Monate lang über

• die Gefahren von Verheiratung von Mädchen in jungen Jahren,
• die Rechte von Kindern,
• die Bedeutung einer guten schulischen Ausbildung für Mädchen und
• die damit verbundene finanzielle Unabhängigkeit von Frauen

informieren.

Darüberhinaus werden sie grundlegende handwerkliche Tätigkeiten wie die Herstellung von Seifen und traditionell bedruckten Batikstoffen sowie den Anbau von Gemüse vermitteln. Ziel der Kampagne ist es, die Mädchen und Frauen über ihre Rechte und Möglichkeiten zu informieren sowie sie zu unterstützen, dafür einzustehen. Auch bei den Männern soll ein Verständnis für die Bedeutung von Bildung und Gleichbehandlung als Weg aus der Armut für alle geschaffen werden.

Wie Sie helfen können

Für Unterkunft, Transport und Honorar der Sozialarbeiterinnen sowie die Durchführung der Kampagne bittet Fr. Kyalo missio München um finanzielle Unterstützung in Höhe von 9.700 Euro.

Mädchen und Frauen in Kapalala tragen noch immer die Last diskriminierender Traditionen. Mit einer Spende unterstützen Sie die Bemühungen der Pfarrei, ein Bewusstsein für diese Ungerechtigkeit zu schaffen und ein Umdenken zu ermöglichen. Danke, dass Sie dazu beitragen, dass so langfristig ein sozialer und wirtschaftlicher Wandel für Frauen und Mädchen erreicht werden kann.

Fotos: missio München

pdfAlle Informationen zu diesem Projekt im pdf zum Download

Bei dem hier vorgestellten Projekt handelt es sich um eines der vielen Vorhaben, die wir im  Bereich"Lebensgrundlagen schaffen" fördern. Ihre Spende fließt in diesen Bereich. So ist sichergestellt, dass alle Vorhaben – auch das von Ihnen favorisierte – finanziert werden können.

Unterstützen Sie jetzt die Arbeit der missio-Projektpartnerinnen und -partner
 im Bereich Lebensgrundlagen schaffen! Herzlichen Dank! 

UNSERE BANKVERBINDUNG: 
missio München
Stichwort: Lebensgrundlagen schaffen
IBAN: DE96 7509 0300 0800 0800 04
BIC: GENODEF1M05
LIGA Bank
Paypal: @missiomuenchen
ALTRUJA-PAGE-BLL4     

­