"Unsere Partnerinnen und Partner versorgen viele Familien mit dem Nötigsten, doch an einen Alltag ist weiterhin nicht zu denken", berichtet missio-Präsident Monsignore Huber weiter. Die Hoffnungen der Menschen auf eine Rückkehr in ihre Dörfer und auf einen Neuanfang wurden durch das Ende der Feuerpause wieder zerstört.“
Ortschaften zerstört – Häuser geplündert
Wie Michel Constantin, Regionaldirektor der Päpstlichen Mission für den Nahen Osten (CNEWA) in Beirut, berichtet, bleiben besonders Teile der Grenzregion im Süden Sperrzone. Viele Ortschaften wurden komplett zerstört, noch intakte Häuser und Höfe geplündert. „Die Wasser- und Stromversorgung ist stark beschädigt. Viele Olivenbäume sind verbrannt“, schreibt Michel Constantin. „Die Menschen werden bei Null anfangen müssen.“
Dabei war die Lage im Libanon schon vor dem Krieg kritisch. Die Wirtschaft des Landes liegt am Boden. Der Staatsapparat gilt als korrupt. Die vielen Geflüchteten aus Syrien, dem Irak und den Palästinensergebieten stellen eine in weiten Teilen verarmte Bevölkerung vor große Herausforderungen. Zum Beispiel in der Bekaa-Ebene, einer Hochburg der Hisbollah, wo der Krieg die Zivilbevölkerung wieder unter Druck setzt, wie missio-Präsident Huber betont: „Zigtausende haben in der Bekaa-Ebene ihre Häuser zurückgelassen. Dort leben auch die meisten der rund 1,5 Millionen syrischer Geflüchteter, viele seit einem Jahrzehnt in erbärmlichen Camps. Nun fliehen sie ein zweites Mal.
missio München unterstützt die Nothilfe vor Ort mit mehr als 100.000 Euro. Monsignore Wolfgang Huber betont die engen Kontakte in den Libanon: „Das Netzwerk der Kirche erweist sich in diesen Tagen wieder als Anker für die, die nichts mehr haben."