Prinz Ludwig von Bayern

Prinz Ludwig von Bayern dringt auf bessere berufliche Ausbildungsmöglichkeiten junger Menschen in Afrika. „Für die jetzige Generation, die bald mit der Schule fertig wird, gibt es so gut wie überhaupt keine Chance vor Ort eine Arbeit zu finden“, mahnt der Nachfahre der bayerischen Könige im aktuellen „missio magazin“ des Internationalen Katholischen Hilfswerks missio München. Seiner Ansicht nach sind durch wachsende Schulbildung und andere entwicklungspolitische Erfolge in Afrika neue Herausforderungen entstanden, die dringend angegangen werden müssen.

So habe es beispielsweise Kenia geschafft, dass inzwischen viel mehr Kinder in die Schule gehen, als noch in der vorigen Generation, informiert Ludwig von Bayern, der sich mehrere Monate pro Jahr für Hilfsprojekte in Afrika einsetzt. „Gerade auch von der Kirche wurden unglaublich viele Schulen gebaut, und auch der Staat tut dort jetzt mehr.“ Doch dieser Fortschritt beinhalte auch ein Versprechen, so Ludwig von Bayern: „Wir müssen schauen, dass wir für junge Erwachsene berufliche Chancen schaffen. Dafür gibt es keine Zauberformel. Wir brauchen Hunderte und Tausende verschiedene Ideen, die jeweils auf die Region angepasst sind.“

Ludwig von Bayern fordert zugleich, Entwicklungszusammenarbeit noch viel ernster zu nehmen, als es im Moment getan werde. „Wir haben uns zu sehr in unserem Kämmerchen Sachen überlegt und gemeint, wir könnten damit die Welt verbessern. Was viel wichtiger ist als Visionen: Hinzugehen, um die Menschen zu verstehen und dann gemeinsam – problemorientiert - vor Ort und für jeden Ort spezifische Lösungen zu entwickeln.“

Der Neffe von Herzog Franz von Bayern und Sohn von Prinz Luitpold verbringt als Vorsitzender des „Hilfsvereins Nymphenburg“ jedes Jahr mehrere Monate in Afrika. Besonders liegt ihm die Region Turkana in Kenia am Herzen. Dort erhalten junge Menschen mit der Initiative „Startup Lions“ die Chance, eigene Firmen zu gründen, etwa im Bereich Software-Entwicklung und Webdesign. Ein Partner ist die Diözese von Lodwar, die seit langem auch von missio München unterstützt wird.

Foto: Christian Selbherr / missio München

 

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