Zwölf Tage reiste eine Delegation von missio München und der Erzdiözese Bamberg durch Nordostindien. Foto: Hendrik Steffens/Erzdiözese Bamberg

Nach zwölf Tagen ist am Donnerstag (21. Februar) eine Delegationsreise der Erzdiözese Bamberg und des Internationalen Katholischen Missionswerk missio München durch Nordostindien zum Abschluss gekommen. Die Bundesstaaten im Nordosten Indiens stehen in diesem Jahr im Mittelpunkt des Monats der Weltmission im Oktober, der größten Solidaritätsaktion der Katholiken weltweit.

Im nordindischen Tezpur betreibt die Diözese eine eigene Teefabrik. Foto: Friedrich Stark

Im indischen Bundesstaat Assam befindet sich das größte zusammenhängende Teeanbaugebiet der Welt. Bislang wird die Produktion weitgehend von großen Konzernen kontrolliert. Die ärmere Bevölkerung arbeitet als Teepflücker für geringe Löhne. Doch es gibt immer mehr Initiativen, die den lokalen Anbau in kleinbäuerlichen Strukturen fördern. "Den Kleinbauern fehlt aber oft die Möglichkeit zur Weiterverarbeitung ihrer Erzeugnisse. Auch der Zugang zu Vermarktung und Verkauf erweist sich als schwierig", sagt missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber.

Mädchen im "Jipe Moyo Center" in Tansania. Foto: Jörg Böthling/missio

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) war im Jahr 2018 rund eine Milliarde Kinder weltweit Opfer von Gewalt oder Vernachlässigung – also jedes zweite Kind auf unserer Erde. Betroffen waren vor allem Mädchen, die in einigen Ländern noch immer als "wertlos" gelten. Eine besonders schlimme Form der Misshandlung von Mädchen ist die in einigen Regionen Afrikas noch weit verbreitete grausame Tradition der Genitalverstümmelung. Nicht wenige Mädchen sterben an diesem Martyrium.

Erzbischof Ludwig Schick und missio-Präsident Huber zu Gast im Ökospiritualitätszentrum Orlong Hada. Foto: Hendrik Steffens

Indien zählt zu den aufstrebenden Wirtschaftsnationen, doch oft bringt diese Entwicklung große Probleme mit sich. So sind etwa die Regenwälder im Bundesstaat Meghalaya (Region Nordost) bedroht durch kommerzielle Abholzung, illegalen Kohlebergbau und die Umweltzerstörung durch zu­nehmenden Auto- und Lkw-Verkehr. Auch die stark wachsende Bevölkerung und der Zuzug aus dem nahen Nachbarland Bangladesch, das ebenso stark unter den Folgen des Klimawandels leidet, spielen eine Rolle: Landwirtschaftlich nutzbare Flächen werden immer knapper, was zu Konflikten zwischen den Volksgruppen und weiterer Abholzung der Waldgebiete führt.

Bambergs Erzbischof Ludwig Schick auf der missio-Delegationsreise in Nordostindien. Foto: Hendrik Steffens

Priestermangel, fehlender Nachwuchs im Ehrenamt und Mitgliederschwund sind nur einige der Herausforderungen, denen sich die katholische Kirche in Deutschland stellen muss. In Nordostindien hingegen verzeichnet sie regen Zulauf, nicht zuletzt dank der Ausbildung Kleiner Christ-licher Gemeinschaften. Von deren Wirkungskraft überzeugt sich derzeit eine Delegation um den Bamberger Erzbischof Ludwig Schick und missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber in Shillong und Jowai im Bundesstaat Meghalaya.

Zwei Goldsucher in Burkina Faso – fotografiert von Jörg Böthling/missio.

Mit alten Mobiltelefonen, die nicht mehr gebraucht werden, Gutes tun: Im neuen missio magazin gibt es jetzt die Printversion unseres multimedialen Web-Dossiers zum Thema "Goldhandys". Darin finden Sie alle Informationen darüber, was die Produktion von Smartphones für die Ressourcen in den Ländern des Südens bedeutet und wie mit alten Handys noch Gutes bewirkt werden kann. Außerdem in der zweiten Ausgabe 2019: Eine Reportage über eine Blindenschule in Äthiopien sowie ein Interview mit einem Arzt aus Straubing, der als Freiwilliger die zivile Seenotrettung vor der libyschen Küste unterstützte.

Auftakt WMS 2019 missio Delegeationsreise Nordostindien

Friedensarbeit, Frauenförderung und die Vermittlung christlicher Werte durch Priester, Laien und Ordensleute – das waren die zentralen Anliegen einer Delegationsreise nach Nordostindien unter der Leitung von Erzbischof Ludwig Schick und missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber. Eine Abordnung aus der Erzdiözese Bamberg und Vertretern des Internationalen katholischen Missionswerks missio München war bis 21. Februar bei Projektpartnern in der indischen Region unterwegs. Die Bundesstaaten im Nordosten Indiens stehen in diesem Jahr im Mittelpunkt des Monats der Weltmission im Oktober, der größten Solidaritätsaktion der Katholiken weltweit.

af0f2b5589ddd3f87d1d3c4860fed57e_w720_h369_cp missio München - Nachrichten

Zum Welttag der Kranken am Montag (11. Februar) hebt missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber die Leistung von Ärzten, Krankenschwestern und Pflegern im Dienste der Ärmsten weltweit hervor. "Was unsere Projektpartner in Krankenhäusern und –stationen in Afrika und Asien leisten, ist unendlich wertvoll. Sie kümmern sich in den entlegendsten Gebieten um Menschen, die sonst keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung hätten. Viele der Menschen, die sie versorgen, fallen durch das sehr brüchige soziale Netz in ihrer Heimat. Kaum jemand hat eine Krankenversicherung, staatliche Krankenhäuser sind oft weit entfernt."

missio München unterstützt den weltweiten Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung zum Beispiel im Norden Tansanias, wo die katholische Kirche ein Schutzzentrum für Mädchen errichtet hat, die vor der Beschneidung fliehen.

Zum Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung am Mittwoch (6. Februar) fordert der Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerks missio München, Monsignore Wolfgang Huber, ein Ende des menschenverachtenden Eingriffs: "Die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung ist nicht nur extrem gesundheitsgefährdend, sondern nimmt den betroffenen Mädchen und Frauen auch ihre Würde als Mensch. Keine Tradition kann diesen grausamen Akt rechtfertigen."

Kernstück für einen dauerhaften Frieden: Das sogenannte Bangsamoro-Gesetz. Foto: Fritz Stark

Nach dem blutigen Anschlag auf eine katholische Kirche in der Provinzhauptstadt Jolo im Süden der Philippinen rufen missio-Partner zum Zusammenhalt zwischen Christen und Muslimen auf. "Wir bitten alle Christen, sich mit allen friedliebenden Muslimen und indigenen Gruppen zusammenzuschließen, um sich gemeinsam gegen Gewalt und Extremismus einzusetzen", betont der Vorsitzende der philippinischen Bischofskonferenz, Erzbischof Romulo Valles. "Wir beten für die vielen Verletzten und für die Familien der Menschen, die bei den Explosionen getötet wurden. Wir verurteilen diesen terroristischen Akt aufs schärfste."

Lange Schlangen bei der Nahrungsmittelausgabe vor einer Kirche in der Diözese Wau im Südsudan. Foto: Sebastian Kämpf

Wenige Monate nach dem Friedensschluss im Südsudan hoffen missio-Partner auf eine dauerhafte Stabilisierung der Lage in dem ostafrikanischen Land.  "Im Gegensatz zu den vorhergehenden Friedensabkommen sind wir inzwischen vorsichtig zuversichtlich", betont Nothilfeberater Sebastian Kämpf, der seit fast zehn Jahren als Fachkraft der Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH) im Südsudan lebt und arbeitet.

Priester Jacob Lompo mit missio-Präsident Huber bei der Grundsteinlegung einer Schule in Burkina Faso.

Angesichts der angespannten Lage in Burkina Faso ruft missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber zum Dialog auf. "Wir müssen diese Region verstärkt in den Blick nehmen, bevor sich der Terror zu einem Flächenbrand ausweitet. Die katholische Kirche vor Ort ist seit Jahren im Dialog mit dem Islam. Das ist eine tragende Säule für das friedliche Zusammenleben der Men­schen. Diese Kräfte müssen wir stärken." Am 1. Januar hatte der Präsident von Burkina Faso, Roch Marc Christian Kaboré, den Ausnahmezustand ausgerufen und damit signalisiert, dass das westafrikanische Land die Kontrolle über die Sicherheitslage verloren hat.

­